
Italien SDI & FatturaPA E-Rechnung: Schema, Codice Destinatario & B2B-Compliance
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Welche E-Rechnungsformate sind in Italien üblich, wie funktioniert das Routing und welche Kennungen werden für die konforme Zustellung benötigt?
Länderleitfaden für die größten und reifsten EU‑Märkte: Formate, Routing, Identifikatoren, Stolperfallen und Tests.
Was zu prüfen ist, bevor Rechnungsdaten aus ERP, PDF oder Tabellen in strukturiertes XML überführt werden.
Italien war in der Europäischen Union Vorreiter der verpflichtenden E-Rechnung: Seit dem 1. Januar 2019 laufen die meisten Umsätze zwischen in Italien ansässigen Unternehmen über das Sistema di Interscambio (SDI), die Zustell- und Prüfplattform der Agenzia delle Entrate.
Für Finanz-, ERP- und Steuerteams heißt das konkret: XML nach dem offiziellen FatturaPA-Schema erzeugen, die steuerlichen Pflichtangaben prüfen und die Datei mit dem Codice Destinatario oder der PEC-Adresse des Empfängers an das SDI übermitteln.
Zentrale Architektur: So funktioniert das italienische SDI
- Zentrales Clearing: Inländische elektronische Rechnungen im Anwendungsbereich müssen über das SDI der Agenzia delle Entrate laufen. Ein PDF oder eine Kopie, die Sie direkt an den Käufer schicken, ersetzt die über das SDI zugestellte XML-Rechnung nicht.
- FatturaPA XML-Format: Rechnungen folgen dem XML-Schema FatturaPA (derzeit v1.2.x) mit Steuernummern von Käufer und Verkäufer, Positionsaufschlüsselung und den vorgeschriebenen Steuercodes.
- Routing-Kennungen: Die elektronische Adresse des Empfängers ist entweder ein 7-stelliger Codice Destinatario oder eine zertifizierte E-Mail-Adresse (PEC, Posta Elettronica Certificata). Fehlt die Angabe, verwendet der Aussteller 0000000; das SDI stellt die Rechnung dann im geschützten Steuerportal des Empfängers bereit.
- Grenzüberschreitende Umsätze: Seit Juli 2022 werden Daten zu vielen Geschäften mit nicht in Italien ansässigen Parteien elektronisch über das SDI übermittelt. Die Meldepflicht selbst besteht weiter; entfallen ist nur die frühere periodische Esterometro-Meldung als eigener Vorgang. Dokumenttypen wie TD17, TD18 und TD19 kennzeichnen typische Einkaufs- und Reverse-Charge-Fälle; Ausnahmen und Sonderfälle bleiben bestehen.
FatturaPA XML-Anforderungen & Dokumenttypen
Das FatturaPA-Format bildet verschiedene Geschäftsvorfälle über standardisierte Dokumenttypen (TipoDocumento) ab. Häufige Codes sind TD01 (Standardrechnung), TD02 (Anzahlung), TD04 (Gutschrift) und TD24 (Sammel- bzw. aufgeschobene Rechnung).
Jede XML-Rechnung braucht die einschlägige italienische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (Partita IVA) oder Steuernummer (Codice Fiscale), den passenden Natura-Code für nicht steuerbare oder Reverse-Charge-Positionen und die weiteren Pflichtfelder des Vorgangs. Eine digitale Signatur ist für gewöhnliche Rechnungen über das SDI keine allgemeine Voraussetzung; einzelne Kanäle oder Dokumenttypen können zusätzliche Regeln haben.
SDI-Zustellungsregeln & Statusmeldungen
- Übermittlung: Rechnungen werden per Web-Service-API, SFTP, PEC oder über das Webportal der Agenzia delle Entrate beim SDI eingereicht.
- Prüfung: Das SDI kontrolliert Struktur und Pflichtangaben der XML-Datei und sendet bei Fehlern eine Notifica di Scarto. In Zeiten hoher Last können Prüfung und Zustellung bis zu fünf Tage dauern.
- Zustellung: Ist die Prüfung erfolgreich, stellt das SDI die Rechnung an die im Dokument angegebene elektronische Adresse zu und liefert eine Ricevuta di Consegna. Gelingt die Zustellung nicht, bleibt die Rechnung im geschützten Bereich des Empfängers verfügbar, und der Aussteller muss den Empfänger informieren.
- Aufbewahrung: Aussteller und Empfänger müssen elektronische Rechnungen in einem rechtskonformen digitalen Aufbewahrungsverfahren (conservazione elettronica a norma) sichern. Wie lange, richtet sich nach den anwendbaren italienischen Steuer- und Buchführungsvorschriften.
Offizielle Quellen & Dokumentation
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